Liebe Leserinnen und Leser,

diesmal kommt mein guter Freund Mike Pauli mit einem Gastbeitrag zu Wort. Viel Spaß dabei!

Es ist mir eine Ehre, ein wenig über die Musik des Blog-Owners Toni zu berichten, die mich seit vielen vielen Jahren begleitet.

23 Alben sind bisher seit 1994 erschienen, und ich versinke gerne in den zinkl’schen elektrokammermusikalischen Progressiv-Rock. Tja, Rock, da stellt sich der Hörer laute Gitarren, tobende Drums und einen zitternden Baß vor. Nicht hier. Wir werden in elektronische Klangwelten entführt, die nicht selten phantasieerweiternd wirken.

All dies hat meine fröhlichen sturen nordischen Vierbeiner und mich verzückt und eingenommen. Denn mit wem höre ich Musik, die sehr abwechslungsreich und richtungsoffen ist? Genau: Dazu eignet sich hervorragend der norwegische Lundehund (Norsk Lundehund). 

Um mit einem Hund, der klettern kann wie eine Katze und das Tauchen im Wasser problemlos beherrscht (ja, er kann tauchen, er faltet seine Ohren, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Genau gesagt handelt es sich um  eine Querfalte im Ohrenknorpel), Musik zu hören, benötigt man die richtige CD zum Einstieg. Eindeutig die Zinkl-Scheibe „Underwater“ mit der wunderbaren Sängerin Alquimia. Legt man die CD ein und kennt man eine der vier Vorgänger-Scheiben, denkt man erstmal „Zinkl goes Disco-Funk-Jazz“. Gerade das erste Stück „Nightfishing“ hat mich im allerersten Moment eher an George Duke oder Herbie Hancock, als an Vorgänger des Bavarian Electro-Prog-Bat erinnert. 

Mein Hund träumt währenddessen von seiner Heimat auf den Lofoten, der Insel Vaeroy, von den wunderschönen Papageientauchern, die er einst in früheren Leben fing und seinem Bauer lebend brachte. Durch engste Höhlen ist er gekrochen, da sein Körperbau exakt dafür ausgelegt ist. Kriechen ist nämlich eine weitere Spezialität des Norsk Lundehund.

Aber: Ich schreibe immer ER. Klar, DER Hund. Dabei stimmt das ja nicht, wir hatten nur Damen bisher im Hause wohnen, die unser Leben begleiten. Ist einfacher, dann ist es immer zickig und je mehr, je besser. Warum eine Lundehündin? Wir hatten eine treue kleine Malteserhündin, die in die Jahre kam und suchten nach einem Hund, der aktiver ist, aber kein Aggressionspotential in den Wesenszügen hat. Da kommt erstmal der Labrador ins Spiel, passt genau, Familienhund, spielt gerne. Aber zu schwer vom Gewicht – wir denken immer weiter, es kann ja passieren, man trägt ihn mal zum Tierarzt. 

Den Lundehund „ergoogelte“ meine Frau Beate, und ich war sofort schockverliebt. Sind das mal hübsche Tiere. Rassemerkmale: „Och passt doch alles – zeig mal, wer den züchtet“. Ups, da gibt es so gut wie niemanden außerhalb des Herkunftslandes. Wir schrieben Bewerbungen, und ich erinnere mich exakt an den 17. Mai 2009. Ich fuhr mit meinem Freund Michael nach Aschaffenburg zum John Mayall-Konzert. Die musikalische Begleitung der Reise war Tonis atmosphärisches Album „Plexus Andromeda“, das ich pausenlos hören kann und jedem empfehle, der komplexe Strukturen, wechselnde Rhythmen und viel Einfallsreichtum mag. In Aschaffenburg angekommen, klingelte mein Mobiltelefon, und eine Stimme mit starkem nordischen Akzent sagte: „Du willst eine Lundhund, dann komm morgen nach Luxembourg, ich habe einen zu viel.“ Dann stand ich da, Wiederworte wurden nicht angehört und ein „vielleicht“ nicht aktzeptiert.

Wir besichtigten ein Rudel, bestehend aus vier adulten Tieren und zwei Babies, von denen eins nun uns gehörte. Namensgebung: siebter Wurf in diesem Zwinger = Buchstabe „G“. Nordischer Vorname (zwingend bei der Rasse) mit „G“ und idealerweise endend auf „A“, „I“ oder „O“, denn man muss sie ja rufen können, die hauen auch mal ab, so die Aussage des Züchters. Tja, und damit war die Liebe zu diesen Tieren (Toni nannte sie mal die „Hi-Fidelity Dogs“) besiegelt.

Ich war übrigens froh, dass es ein „G“ war im Nachhinein. Drei Jahre später stand die Entscheidung bei einem anderen Zwinger, von dem wir einen Hund bekamen, mit dem Buchstaben „Y“. Aber dazu an anderer Stelle mehr, der Hund trank Whisky und duschte. Was aber nicht an dem Y lag, so hoffe ich.

Jedenfalls sollte sie Gróa heißen. Nun, man war jetzt nicht mehr beim Hund allein, nein, man steckte tief in der nordischen Mythologie, mit Wetzsteinen und Zauberern, und wir kamen auf diese Seherin mit Namen Gróa. Eine Zauberin war unsere Gróa auch. Sie zauberte Futter durch Inhilation in ihren Magen. Übrigens: Durch die freudige Verbindung des 17. Mai wurde „Plexus Andromeda“ zur Hausmusik, und ich dachte schon über eine eigene Version des Titels „Digestor of the Univers“ nach.

Was passiert, wenn man einen Lundehund als Lebensgefährten hat? Zuerst beinhaltet Lebensgefährte ja nun die Lebensgefahr. Diese besteht defintiv nicht. Aber: Schlafstättenstörungen sind durchaus denkbar. Du schläfst, musst mal raus und kommst zurück aus dem Badezimmer im Schlafmodus getorkelt. Es gibt dann zwei Möglichkeiten: Lundehund hat die Decke weggezogen und schläft nun selbst an einem anderen Platz darauf. Oder (wenn das Tier sehr vertraut ist): Lundehund hat das Kopfkissen okkupiert. Bei einer Größe von maximal 34 Zentimetern und einem Maximal-Gewicht von sechs Kilogramm passen die prima auf Kopfkissen.

Weiterhin ist es gefährlich mit dieser Rasse „menschliche Tricks“ zu üben. Ein nicht wieder reparierbarer Trick ist das Öffnen von Kühlschränken oder Küchenschubladen. Die Vorräte minimieren sich zum Teil drastisch mit diesen Lebenspartnern. Und wehe, sie sind zu zweit oder dritt. Der Ideen sind kaum Grenzen gesetzt.

Im Garten sind sie spaßig. Dachten wir. Der Lundehund apportiert erstmal von Haus aus (also das ausgelieferte Modell in Werkseinstellung) defintiv nicht! Exakt einem Ball lief Gróa nach. Wir haben viel geübt, aber, sie arbeitete nur, wenn Futter durch die Lüfte flog.

Im Garten sind sie spaßig, Teil 2: Vorsicht, der Lundehund kann durch seine sechs Zehen bedingt (in der Regel an jeder Pfote sechs Zehen, fünf werden davon belastet. An den Vorderpfoten haben sie acht Ballen, an den Hinterpfoten sieben) etwas Katzenartiges: Klettern. Und zwar auf Bäume UND über Zäune. Der Nachbar hat also unter Umständen auch etwas von dem Hund. Unter Umständen auch Hinterlassenschaften.

Der Lundehund ist laut: Das Thema „Bellen“ erahnte ich beim Klingeln an der Tür, wenn Besuch kommt. Nö, dann verkriecht sich dieser familienfreudige Hund doch sofort (siehe: katzenartig). Aber dreht sich im nahegelegenen Feld ein Regenwurm von links nach rechts, dann wird angeschlagen, aber wie. Es wird also bei ausschließlich „tierischen“ Ereignissen gebellt, geheult (sehr Richtung Wolf).

Der Lundehund und Hunde bzw. andere Tierarten: Ich behaupte, hier steckt eine kleine rassespezifische Mobbingroutine in den Werkseinstellungen. Andere Rassen und Tiere werden ignoriert. Spielen mit anderen Hunden ist SEHR selten (klar, die können ihm ja auch kein Futter abgeben). Man hat das Gefühl, der Lundehund meidet „Hundemengen“. Den Besuch in Hundeschule und „Spielwiesen“ konnten wir somit streichen.

Jetzt lass ich euch mal „Luft holen“. Legt erstmal „Lovely Night Creatures“ von Toni auf.

Zwei Tipps mag ich euch noch an die Hand geben. Wer silberne Scheiben, die tolle Musik abgeben, von Toni sucht, der melde sich gerne bei mir unter mike@paddy.de und kann diese dort ordern. Die ersten sieben CDs habe ich noch vorrätig. Wer nun voller Begeisterung Bücher über Lundehunde kaufen möchte. STOP! Ich kann nur ein einziges empfehlen. Dies ist in norwegischer Sprache, heißt Lundehundboka, und es kommt von der Autorin Ingvild Svorkmo Espelie. Mein persönliches Norwegisch ist schwach, aber man kann gut damit zurechtkommen, wenn man sich darauf einlässt. Auch dieses Buch ist über mike@paddy.de  zu beziehen. Für Beides gilt: Solange der Vorrat reicht.

Was es noch alles gibt und Stories über meine Y-Lundehunddame, das folgt im nächsten Teil dieser Geschichte.

Stay tuned.


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