Liebe Leserinnen und Leser, liebe Glaubenden,

aktuell zeigt sich überdeutlich und plakativ, welche unendlich vielfältigen Möglichkeiten das menschliche Gehirn (der menschliche Geist) bietet. Nämlich das GESAMTE Spektrum.

Ja! Der Verstand kann TATSACHEN erkennen und beschreiben. Er kann die physikalischen und chemischen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten erforschen, verstehen und für die Existenz der eigenen Kreatur mehr oder weniger nutzbringend zum Einsatz bringen. Er kann logisch denken! Er kann das Prinzip der Evolution sinnvoll begründen. Er kann leicht beweisen, dass die Erde eine sich drehende Kugel ist.

Aber der Verstand stößt an Grenzen. Vieles in der Naturwissenschaft ist noch zu kompliziert und bleibt unbeweisbare Theorie. Außerdem ist es für die meisten Menschen mangels schulischer Bildung nicht möglich, die Wissenschaften zu begreifen. Und hier kommt die wunderbare andere Hälfte des Spektrums ins Spiel:

Mit gleicher (und offensichtlich sogar noch mit mehr) Energie kann sich das Gehirn auch anders behelfen. Was es nicht beweisen kann, das kann es glauben! Richtig: GLAUBEN ist das Gegenteil von Wissen. Es gibt die alte Weisheit „Glauben heißt: nichts wissen.“ Diesen Spruch habe ich schon als Kind von meiner Mama gehört. Außerdem gibt es den Spruch: „Wissen ist Macht.“

Doch inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ein neuer Spruch Gültigkeit gefunden hat: „Glauben ist stärker als Wissen.“ Warum? Man braucht dafür nur eine blühende Fantasie. Glauben kann jeder ungebildete Narr, ohne sich die Mühe machen zu müssen, zu ergründen, ob darin naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten oder irgendeine Form von Logik stecken. Weil es auf dieser Seite des geistigen Spektrums völlig reicht, zu GLAUBEN, ohne dafür stichhaltige Beweise anführen zu müssen. Darauf basiert die monströse Macht, die Religionen ausüben.

Was beim Glauben entscheidend ist, ist die ständige Wiederholung über sehr lange Zeiträume. Wenn man seit Tausenden von Jahren von Gott spricht, wird er schließlich zur Wahrheit. Wenn man dicke Bücher wie die Bibel oder den Koran seit Beginn ihrer Entstehung als eine Sammlung von Wahrheiten behauptet, werden sie für die Menschen irgendwann zur Wahrheit. Wenn ein paar Schriftsteller über einen Prediger fantastische Geschichten erfinden und zu Papier bringen, ohne ihn gekannt zu haben und ohne Rücksicht auf Tatsachen nehmen zu wollen, werden diese Geschichten für die Menschen schließlich und endlich zur absoluten Wahrheit. Was schon so lange geschrieben steht, kann nicht falsch sein.

Die Kraft des menschlichen Glaubens ist enorm. Das beste Beispiel dafür ist Donald Trump. Aktuell zeigt er sich auf Bildern als Jesus Christus, den heilbringenden Messias. Ausgerechnet er! Aber ja: Er müsste diesen Akt nur mit größter Überzeugung wiederholen und immer wiederholen – bald würden ihm die Menschen auch das glauben. Wahrscheinlich wird ihm die Zeit dafür nicht mehr reichen, er wird nicht alt genug werden, um diesen Glauben als Wahrheit zu etablieren. Vielleicht wird man ihn vorher wegsperrren. Aber das wird nicht passieren. Denn in seiner wunderbaren Aura und in seinem Machtapparat sonnen sich viele Gleichgesinnte, die sich davon ernähren wie Vampire von frischem lebenserhaltendem Blut.

Glauben hat Hochkonjunktur, mehr als je zuvor. Er absorbiert problemlos bewiesene Tatsachen und erlaubt jegliche Lüge. Es ist unfassbar machtvoll, etwas zu behaupten, mit der einzigen Begründung, es zu glauben oder an den Tatsachen zu zweifeln. Darauf beruht beispielsweise das Selbstbewusstsein von Xavier Naidoo, der der Ansicht ist, dass jeder Mensch schon einmal Fleisch von Kindern gegessen hat (oder so ähnlich). Tiefer Glaube kann jede Tatsache vom Tisch fegen, wie eine Hand einen lästigen Käfer.

Ich finde das faszinierend. Es zeigt, dass der Mensch in seinen geistigen Möglichkeiten eine unendlich mächtige Kreatur ist, die mit seinem Ego jeden Unsinn als gesicherte Wahrheit proklamieren kann. Wenn man Freude am Chaos des Geistes hat, dann gibt es zur Zeit keinen Grund, traurig zu sein. Ja, wir können froh sein, das es einen solch intensiven Leuchtturm wie Donald Trump gibt, der uns die Möglichkeiten aufzeigt, zu was der Verstand des Menschen fähig ist, wenn er nur alle Barrieren der Logik (und natürlich der Empathie) hemmungslos zu überwinden weiß. Danke, Donald, danke, Xavier, danke an die vielen Schwurbler und Aluhut-Träger, die uns zeigen, dass es sich ohne stichhaltige Begründungen ihrer Ansichten sehr schön leben lässt.

P.S. Diesen Text hat nicht die KI erstellt, sondern ganz allein der angetrunkene Zinkl.


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