213_der kroesus

Liebe Zeitreisende,

ich hatte mir mit meinem lieben Freund Hans vor ein paar Jahren ein neues Theaterstück ausgedacht, welches leider nie zur Aufführung gelangt ist. Es hat sich ja dann auch der Virus dazwischengedrängt, der Bazi. Mir tat es sehr leid, dass die Geschichte in der dunklen Schublade vor sich hindümpelte, also habe ich sie vor einem halben Jahr wieder hervorgeholt und musikalisch umgesetzt. Ein Mix aus bizarrer Rock-Oper und Hörspiel ist es geworden.

Um was geht es? Man schreibt das Jahr 2095. Ein genialer Physiker erfindet eine Art Zeitmaschine, die er „Radiolator“ nennt. Damit kann er original gesprochene Zitate von längst verstorbenen Prominenten aufspüren, die als Audiosignale im Universum immer noch herumschwirren. Jene Zitate sind der Code, um mit diesen besonderen Personen in Kontakt treten zu können. Es ist erstaunlicherweise möglich, ihnen Nachrichten direkt ins Gehirn zu senden und ihre Gedanken dazu zu empfangen.

Der Physiker, den seine Kollegen als närrischen „Dumblemore“ verspotten, hat ehrenwerte Gründe für seine sensationelle Erfindung. Er will die Welt, die 2095 am Abgrund steht (Dürre, Flut, der dritte Weltkrieg, Chaos), retten — indem er einflussreichen Persönlichkeiten aus der Vergangenheit ins Gewissen redet, sie sollten doch bitte ihr Tun ändern, weil es in der Zukunft schlimme Auswirkungen haben würde. James Watt soll die klimaschädliche Dampfmaschine nicht erfinden. Marie Curie soll die Forschungen an der Radioaktivität bleiben lassen, Robert Oppenheimer soll die Atombombe nicht bauen. Adolf Hitler soll lieber Kunstmaler werden und nicht in die Politik gehen…

Ob und wie das gelingt, erzählt das musikalische Werk in sieben Liedern.

Das dritte Lied in dem Zyklus ist nun als Vorab-Single veröffentlicht: Der bayerische Milliardär Quandt hat von der sagenhaften Erfindung Wind bekommen und weil er sich schon immer gewünscht hat, mit dem berühmten Leonardo da Vinci ein Gespräch zu führen, unterstützt er den teuren Bau der Maschine als Sponsor.

Vorgestern erwachte ich um 3 Uhr nachts und verspürte das dringende Bedürfnis noch ein Video zu machen, zu diesem Lied. Ohne großen Aufwand, eine Low-Budget-Wohnzimmer-Produktion — also nicht ganz so aufwändig, wie es die Band Rammstein für ihre Videos betreibt. Das tun diese lustigen Influencer auf youtube ja auch, einfach in die Smartphone-Kamera quatschen.

Okay, here we are: DER KRÖSUS. Ich hoffe, das Filmchen bringt euch gute Laune — bei mir ist dieser Effekt beim Produzieren eingetreten, auch wenn ich wegen der Lippensynchronität fast narrisch geworden wäre.

Das komplette Opus „Der Radiolator“ wird auch bald veröffentlicht werden — den Termin gebe ich hier noch bekannt.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Mal — in diesem Theater!

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